Gerüstet für das Hochwasser

DLRG Frankenthal unterstützt THW und Feuerwehr bei Einsatz auf Ludwigshafener Parkinsel

Teilweise sehr dramatisch stellen sich die Hochwasserentwicklungen  derzeit in Deutschland dar. Viele Gewässer, auch in unserer Region, führen derzeit ungewöhnlich viel Wasser. Auch seitens unserer Ortsgruppe liefen daher über das Wochenende die Planungen und Vorbereitungen auf Hochtouren.

Bereits am Freitag um 16.35 Uhr erhielten wir durch den Bezirk den Voralarm für den Führungsstab der Ortsgruppe mit der mündlichen Voralarmierung der Wasserrettungseinheiten des Bezirks und somit auch für die Einheiten unserer Ortsgruppe.

Nur wenig später, um 17.28 Uhr, erhielt die Ortsgruppe über den Führungsstab die Einsatzanforderung durch die Ortsgruppe Oggersheim mit der Bitte um Stellung eines Trupps für Sicherungsmaßnahmen auf der Parkinsel Ludwigshafen, auf der ursprünglich in 14 Tagen das Ludwigshafener Filmfestival stattfinden sollte. Hier galt es aufgrund der erwarteten und (wie wir jetzt wissen) eingetreten Pegelstände, die aufgebauten Großzelte für das Hochwasser zu sichern. Dazu wurden Einheiten des THW und der Feuerwehr aus der gesamten Pfalz und dem Bereich Mannheim angefordert. Auch unsere Ortsgruppe war mit sechs Helfern im Einsatz. Insgesamt packten 39 DLRG´ler aus dem Bezirk Vorderpfalz vor Ort mit an.

Über den gesamten Einsatz waren 300 Helfer, davon bis zu 170 zeitgleich, an der Arbeit. Diese mussten alle vor Ort koordiniert und verpflegt werden. Hier zeigte sich wieder die Qualität der Ausbildungen der DLRG, schließlich konnten wir mit unserem Trupp vor Ort sofort unterstützend in das Geschehen eingreifen.

Zusammen mit den Einheiten vor Ort galt es für uns, die Zeltanlage für das bevorstehende Hochwasser zu sichern, d.h. alle Bodenbretter abzubauen, Zelte und Zeltplanen zu demontieren und sicher vor dem Hochwasser zu lagern. Dass unsere Einheiten bestens ausgebildet sind, zeigte sich auch daran, dass wir sofort und eigenständig von der THW Einsatzleitung eingebunden und mit Aufgaben betreut wurden. Auch wenn dieser Einsatz nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Wasserrettung steht, zeigt es doch, dass wir vielfältig einsetzbar sind und jederzeit helfen können, wenn wir angefordert werden!

Um 1.00 Uhr morgens waren wir wieder an der Unterkunft und meldeten uns bei der Einsatzleitung der DLRG ab. Unterstützung erhielten wir kurzfristig auch von den Maltesern, die uns noch drei Helme für den Einsatz zur Verfügung stellten. An dieser Stelle sei noch einmal der ausdrückliche Dank an die Kameradinnen und Kameraden gerichtet, die trotz des Strohhutfestes und Regens kurzfristig zur Verfügung standen.

Weitere Vorbereitungen

Am Samstag erhielten wir schriftlich die Voralarmierung für alle Katastrophenschutzeinheiten des Bezirks Vorderpfalz und setzten die Planungen und Vorbereitungen seitens der Ortsgruppe fort.

Die Einsatzleitung für die Einheiten der DLRG Frankenthal übernahm Frank Dietrich mit seinen beiden Stellvertretern Sascha Müller und Christoph Schermuly. Über mehrere Stunden waren sie am Samstag damit beschäftigt, die Helfer der Ortsgruppe anzurufen, um die Bereitschaft, die Erreichbarkeit und die Verfügbarkeit zu erfragen. Aufgrund dieser Planung meldete die Einsatzleitung der Ortsgruppe am Sonntag im Laufe des Vormittags 20 Helfer an den Bezirk. Auch ein Bootstrupp für übergeordnete Einsätze wurde an den Bezirk gemeldet. Der Bootstrupp wird bei Anforderung aus den gemeldeten Helfern in der Stärke 1/6/7 (ein Truppführer, zwei Bootsführer, zwei Helfer, Kraftfahrer und Funker) gebildet.

Eine Lagebesprechung für die Helfer fand dann am Sonntagvormittag statt. Hieran nahm auch Oliver Nagel,  Leiter der Bezirkskoordinierungsstelle, teil und informierte über die Lage für den Bezirk Vorderpfalz. Im  Anschluss an die Lagebesprechung wurde ein Probealarm für alle Helfer gegeben, um noch einmal die Kommunikationswege zu prüfen. Anschließend wurde bis ca. 17.00 Uhr Material für einen möglichen Einsatz gerichtet, kontrolliert und zusammengefasst.

Und in Frankenthal?

Nach aktueller Lage ist der erste Hochwasserscheitel in Frankenthal vorüber. In den kommenden 36 bis 48 Stunden wird der zweite Scheitel erwartet. Für Frankenthal ist somit eine Entspannung der Lage vorhersehbar. Jedoch sind in anderen Gebieten die Lagen weiterhin teils dramatisch angespannt, so dass die Wasserrettungseinheiten weiterhin (bis voraussichtlich Samstag den 7. Juni 2013) in Voralarm bleiben. Zurzeit geht die Einsatzleitung der DLRG Frankenthal davon aus, dass unsere Einheiten nicht in einen regionalen Einsatz gehen. Ob eine Unterstützung der anderen Landesverbände erfolgt, kann noch nicht abgeschätzt werden. Die Koordinierungsstelle des Bundes in Bad Nenndorf hat seinen Betrieb aufgenommen.

ein paar Impressionen von der Parkinsel